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[Suppe für den soul] Das Match-up war Schuld

Das war sie also, die Deutsche Meisterschaft 2009. Jonas Skali gelang es nicht, den Hattrick voll zu machen, denn am Ende thronte diesmal Stefan Urban aka "Surban" aka "Dr. Urban" aka "Drurban" (sprich: "Drörbrän") aka "Der mit den Oberarmen" ganz oben. Herzlichen Glückwunsch auch noch mal an dieser Stelle! Unfassbar, wie der Mann performed, wenn er pünktlich zum Turnier erscheint und sich vor Tag 2 ein wenig schont.

Damit haben wir mal wieder einen absolut verdienten Deutschen Meister, denn Stefan bewies vor Ort auf eindrucksvolle Weise, dass er zu der Klasse Spieler gehört, von der es nur eine Hand voll gibt. Zwar wurde im Halbfinale das ein oder andere Mal gelacht, als er gegen gegen Jan Palys nach Ausspielen einer Myriam SternenruferMyriam Sternenrufer, 4, Allianz (Betrayer-145C)
Verbündeter—Nachtelf Druide, 3 ANG (Arkan), 4 Gesundheit

Als Ziel unwählbar
Myriam fügt einem Helden deiner Wahl 5 Arkanschaden zu.
in den folgenden Turns immer einfach nur abgab (ohne eine Ressource zu setzen oder sonst irgendwas zu machen), allerdings war dies wieder einer dieser Beweise für den unendlichen Skill, den der Urban an den Tag legt. Denn mehr muss er eben nicht machen und aufgrund der Discard-Effekte des Hexenmeisters muss er auch überschüssige Handkarten haben, die er auf den Friedhof abwerfen kann. So ging beispielsweise auch mal eine Quest von der Hand, während an den Countern fest gehalten wurde, bis sie eben ein günstiges Ziel fanden – beispielsweise in Einhüllende LoheEinhüllende Lohe, 3, , (Drums-97C)
Fähigkeit—Feuer/Zerstörung

Dein Held fügt jedem Helden und Verbündeten 3 Feuerschaden zu.
. Ein "Null Acht Fünfzehn Fizzlefreeze-Spieler" hätte da munter weiter Ressourcen gelegt und wäre so der Hand Destruction von Jan zum Opfer gefallen, was eben der Niederlage gleichkommen würde.

Im Finale reichte es Stefan, die Deckliste des Gegners einmal ausgiebig zu studieren, um anschließend nie mit seinem Gromble der TüchtigeGromble der Tüchtige, 2, Allianz (Honor-100U)
Verbündeter—Zwerg Jäger, 1 ANG (Distanz), 3 Gesundheit

Schatzsucher (Wenn dieser Verbündete das Spiel betritt, kannst du eine Karte ziehen. Falls du dies tust, wirf eine Karte ab.)
Dein Held kann erschöpft werden, um Kosten zu bezahlen, als ob er eine Ressource wäre.
direkt anzugreifen, da er anders womöglich voll in den Mikael der UnverblümteMikael der Unverblümte, 2, Allianz (Gladiators-112U)
Verbündeter—Zwerg Jäger, 2 ANG (Distanz), 2 Gesundheit

Wenn ein gegnerischer Held oder Verbündeter bereit gemacht wird, fügt Mikael ihm 2 Distanzschaden zu.
gelaufen wäre. Ich kommentierte das dann mal von der Seite mit: "Es ist wirklich deprimierend, dir zuzuschauen. Du schaust dir einmal die Deckliste des Gegners an, hast das Match-Up sofort perfekt verstanden und spielst das einfach locker herunter und gewinnst."

Ich kann das wie gesagt nicht über viele Spieler sagen und leider gehöre ich auch nicht mal ansatzweise zu ihnen. Klar kann man das jetzt auf mangelnde Erfahrung schieben, aber so einige der "Bauern-Moves", die ich am Wochenende begangen habe, hätte ich mir vorher nicht zugetraut – zu denen kommen wir gleich, keine Sorge. Daher gibt's auch keine Entschuldigungen, das war halt einfach scheiße, daran muss man arbeiten und es dann das nächste Mal besser machen. Bedauerlicherweise wurde mir am vergangenen Wochenende ebenfalls wieder auf eindrucksvolle Weise aufgezeigt, dass sogar ich zu einer kleineren Gruppe von Spielern gehöre.

Ich hatte euch in den vergangenen Wochenenden noch gepredigt, wodurch sich gute Spieler auszeichnen und dazu gehört insbesondere auch die Fehleranalyse. "Lasst euch zur Not von Freunden über die Schulter schauen", habe ich euch gesagt, "damit die euch erklären können, was ihr falsch gemacht habt."

Und? Wer hat das gemacht? Ganz wenige. Da wurden neue Draft-Archetypen "on the fly" erfunden (Stall-Schamane), hinterher erklärt, die klangen in der Theorie schon schlecht und als sie dann in der Praxis stark gefailed sind, wurde doch wieder das Match-Up verantwortlich gemacht. Oder der glückliche Draw des Gegners. Oder das Ausbleiben des Spoilers auf der eigenen Hand. Oder oder oder.

Alles absoluter Blödsinn! Denn diese ganzen Ausreden sind vollkommen überbewertet. Ich habe KEIN Spiel am letzten Wochenende verloren, weil ich das ungewinnbare Match-Up hatte, sondern IMMER nur, weil ich saumäßig schlecht gespielt habe. Da ihr hoffentlich anhand von praktischen Beispielen besser versteht, was ich euch sagen will, gehen wir einfach mal meine Fehlerliste durch. Damit diese etwas besser nachvollzogen werden können schiebe ich aber erstmal meine Deckliste vor:

Wir sehen also, ich spielte Paladin. Vitus setzte beispielsweise auch auf Thoros, er vertraute aber lieber auf coole Tricks mit Aura der KonzentrationAura der Konzentration, 2, Paladin , (Honor-42U)
Sofort-Fähigkeit—Heilig

Andauernd: Deine Fähigkeitskarten sind Sofortkarten und können nicht unterbrochen werden.
, die seine BüßenBüßen, 4, Paladin , (Drums-47R)
Fähigkeit—Vergeltung

Jeder Verbündete fügt sich selbst Heiligschaden in Höhe seines ANG zu.
und ErlösungErlösung, 5, Paladin , (Outland-51U)
Fähigkeit—Heilig

Lege eine Verbündetenkarte deiner Wahl aus deinem Friedhof ins Spiel, falls ihre Kosten kleiner oder gleich der Anzahl Ressourcen sind, die du hast.
Ziehe eine Karte.
instant machten, dafür hatte ich durch Doshura HochschreiterDoshura Hochschreiter, 4, Horde (Legion-181U)
Verbündeter—Tauren Druide, 2 ANG (Nahkampf), 4 Gesundheit

Beschützer
Wenn Doshura das Spiel betritt, kannst du einen erschöpften Verbündeten deiner Wahl zerstören.
eben etwas zusätzlichen Verbündeten-Hate und noch mehr Optionen gegen Rush. Das soll jetzt aber mal wirklich genug Vorgeplänkel gewesen sein, steigen wir endlich ein in meine persönliche Liste der Peinlichkeiten.

Trotz dieser Millionen Fehler war die DM eine super Sache. Ich habe endlos viel gelernt, da ich mir meine Fehler aufgeschrieben hatte und aus ihnen lernen werde, das kann ich euch versprechen. Ich habe natürlich nicht nur verloren, ich gewann auch schon mal, dann war es aber umso verwunderlicher, dass mein Gegner meinte, ich hätte nur geluckt, obwohl er doch – sogar für mich – offensichtliche Fehler gemacht hatte.

Das bringt mich dann zu meiner persönlichen Selbsteinschätzung. Ich würde nie behaupten, ich gehöre zu den besten Spielern. Leider gehöre ich aber anscheinend schon zu den besseren Spielern, denn es gibt immer noch mal drölftausend Spieler mehr, die sich mit zwei geschlossenen Augen durch’s Turnier spielen und ihre Fehler nicht mal selbst wahr nehmen, geschweige denn aufschreiben. Wollt ihr es zu etwas bringen, dann arbeitet an euch und verbessert euch kontinuierlich. Ich für meinen Teil rechne beispielsweise schon in Amsterdam damit, zumindest andere Fehler zu machen und nicht die selben erneut. Das könnte mir dann auch schon eine etwas bessere Platzierung bescheren. Wenn die Match-Ups nicht so scheiße kommen! [2]

soul


[1] Ich will hier noch mal deutlich machen, dass das hier kein Jonas-Bash sein soll. Er hatte mir vorher einen kleineren Fehler (beispielsweise ein vergessenes Erschöpfen des Cloak of Darkness vor der Abgabe, damit man ihn inspirieren kann) durchgehen lassen und auch ansonsten war das ein sehr faires Spiel. Er hat mir halt nur eine "Trap" gestellt, in die ich voll rein gelaufen bin als er sonst keine Optionen mehr hatte, das Spiel zu gewinnen. Da sich dies durchaus noch im Bereich des Erlaubten befindet und es ja meine eigene Schuld ist, darauf zu achten, die Karte nicht zu ziehen, brauche ich ihm keine Vorwürfe zu machen. Und das solltet ihr auch nicht tun. Wie gesagt, wenn ihr verliert seid in allererster Linie erstmal IHR schuld und nicht euer Gegner.

[2] Das beste Spiel war eigentlich noch nach dem Turnier gegen Christian. Der hatte nämlich mit Im Mittelpunkt der AufmerksamkeitIm Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, 2,   , (Gladiators-91R)
Fähigkeit— 

Lege dies an einen Verbündeten deiner Wahl an.
Andauernd: Der Verbündete, an den dies angelegt ist, ist AFFENSTARK! (Am Beginn deines Zuges kann jeder Spieler diesem Verbündeten Komplimente machen. Falls er dies tut, zieht er eine Karte.)
gespielt und dann zu Beginn seines Zuges immer „Meiner!“ zu dem Verbündeten gesagt, um ihm so ein unschlagbares Kompliment zu machen. Da habe ich natürlich mit gemacht und bin dann wenig später gegen das herbe Deck Deck Out gegangen! Gier ist also nicht immer die beste Wahl, gegen dieses Deck konnte ich aber mit meinem Draft-Haufen sowieso nichts mehr anfangen.