Deutsche Bahn
Kategorie: Deutsche Bahn

Gute Bahn – Schlechte Bahn

Erstellt am: 27. March 2013 von Tommi
Kommentare: 0

Hatte ich mich am Freitag (22.03.) noch tierisch darüber gefreut, dass auf der gesamten Strecke Berlin - Essen (mit dem Tz 233, Ulm) WLAN aktiviert und Internet über den Hotspot im ICE verfügbar war, traf mich am Montagmorgen das Schlimmste, was Fahrgästen bei der Bahn m. E. passieren kann – Fehlkommunikation.

Doch von Anfang an. Nachdem ich wieder mal ein Wochenende mit meinen Wochenendfahrten von Berlin nach Essen ausgesetzt hatte, war es am 22. März mal wieder soweit und ich nahm meinen Stamm-ICE 544 von Berlin Ostbahnhof (ab 16:38 Uhr) nach Essen (planmäßig an 20:34 Uhr). Nach dem Einsteigen dann das letzte mal vor Hannover Check der Emails und Facebook – und siehe da: Mein Handy zeigte mir den Hotspot „Telekom_ICE“ an. Verbunden – und oh Schreck: Es funktionierte! Ganz ohne Login über die übliche Telekom-Hotspot-Login-Seite. Wie sich herausstellte, aber nur bis Spandau – danach wollte der Hotspot meine Zugangsdaten. Was allerdings nicht weiter tragisch ist, denn die sind ja bekanntermaßen in den Telekom-Mobil-Verträgen dazu.

Natürlich kramte ich gleich den Laptop raus und probierte die gesamte Fahrt über die Verbindung. Diese blieb stabil und war auch erträglich schnell. Sogar ein kurzes Teamspeak-Intermezzo kurz vor Essen bereitete null Probleme. Also, liebe Bahn: Drei Daumen für diesen Service. Dieser ist auf der Relation im übrigen erst für 2014 offiziell angekündigt, allerdings wusste ich ja schon seit mehr als einem halben Jahr, dass die Telekom schon seit geraumer Zeit Messfahrten durchführt. Die Infrastruktur entlang der Strecke ist also voll funktionstüchtig und vom Zugchef erfuhr ich dann beim Aussteigen, dass auch alle redesignten ICE 2 bereits über die notwendige Technik verfügen. Nun liegt es nur noch in den Händen der Telekom, diese auch für jeden einzelnen Tz zu aktivieren.

Auf diesen überaus positiven Flash vom Freitag folgte dann die absolute Ernüchterung am Montagmorgen. Aufgrund persönlicher Umstände nahm ich diesmal nicht sonntags den Zug nach Berlin zurück, sondern wollte am Montag direkt von Essen ins Berliner Büro fahren. Der ICE 543 um 7:23 Uhr sollte es sein, der schließlich auch überpünktlich in Essen einfuhr. Platz im „bahn comfort“-Bereich gabs auch und ich wollte mich direkt in den Schlaf versetzen, als ich den „Stöhnton“ vernahm, mit dem der Triebfahrzeugführer (oder Lokführer) dem Zugchef signalisiert, er möge sich bitte bei ihm melden. Und dann wurden wir auch schon informiert, dass am Zug eine technische Störung vorläge und sich die Abfahrt verzögere.

Knapp 15 Minuten später wurde der Zug dann geräumt, mit dem Hinweis „die Transportleitung hätte entschieden, dass alle Fahrgäste den am Gleis gegenüber immer noch wartenden RE zu nehmen hätten, um in Hamm (Westf) in den zweiten Zugteil (ICE 553) einzusteigen“. Gesagt tun getan – fix in den RE, einen der letzten freien Plätze ergattert und mit +18 Essen mit dem RE nach Hamm verlassen. Kurz vor Dortmund kam dann die Durchsage des RE-Zugführers, man könne dort in den 543 umsteigen, der Dortmund mit +40 verlassen würde. Ca. zwei Drittel der Fahrgäste verließen sich schließlich auf diese Durchsage und stiegen in Dortmund aus. Über die mobile DB-App war der 543 allerdings zu dieser Zeit schon als Ausfall gemeldet.

Ich entschied mich auf jeden Fall, im RE zu bleiben. Doch kurz vor Hamm dann die Ansage, der 553 „könne nicht warten“. Später stellte sich heraus, dass er sogar überaus pünktlich Hamm verlassen hat.

Also böse Bahn: Ich habe bestimmt mehr Verständnis für technische Störungen, Verspätungen wegen widriger Witterungsbedingungen, Fahrzeugknappheit oder „was-auch-immer“ als viele andere Fahrgäste. Was allerdings ein absolutes „No Go“ ist, ist Fehlkommunikation, die ausschließlich die Fahrgäste trifft. Das hat nichts mit Service und Freundlichkeit zu tun und ist einem Dienstleistungsunternehmen absolut unwürdig! Leider ist so etwas nicht in den Fahrgastrechten geregelt, denn für diesen verzapften Mist sollte man 100% der gezahlten Fahrpreise zurückverlangen.

Kommentar hinzufügen

Achtung: Kommentare müssen erst durch den Seitenbetreiber freigeschaltet werden, damit sie für alle sichtbar sind.